Welpe
Hat man sich dazu entschlossen, Hundebesitzer zu werden und sich einen Labrador Welpen in seine Familie zu holen, sollte man sich gut in dieses kleine Hunde-Wesen hineinversetzen. Schon mit etwa drei Monaten verlässt ein Welpe seine Mutter, seine Wurfgeschwister und all die anderen Lebewesen um ihn herum, ist von einem Moment zum Nächsten ganz auf sich allein gestellt ohne die Unterstützung seines bisherigen Rudels. Während der ersten Stunden und Tage in seiner neuen Familie wird er sich dementsprechend einsam fühlen und braucht deshalb sehr viel Zuwendung und Streicheleinheiten, um ihn über die Situation hinweg zu trösten. Der kleine Labrador Welpe sollte nicht gleich alleine gelassen werden, um sich erstmal an seine neuen Menschen und dessen Umgebung zu gewöhnen. Trotzdem sollte aber nach der Eingewöhnungsphase (gut eine Woche) damit begonnen werden, ihn jeden Tag für ein paar Minuten allein zu lassen, macht er dies gut, wird die Dauer des Alleinseins immer ein wenig gesteigert. Herrchen und Frauchen können in dieser Zeit eine Runde um den Block gehen oder leise im Treppenhaus/vor der Haustür warten. So kann sich der Welpe langsam daran gewöhnen auch mal alleine zu sein ohne dabei Angst zu entwickeln, weil er es von klein auf nicht anders gelernt hat. Zudem ist es wichtig, die verschiedenen Entwicklungsphasen und Prägungsphasen eines Wepen zu kennen, die er bis zum Erwachsenenalter durchleben wird. Dies ist von großer Bedeutung, damit Mensch und Welpe sich gut aneinander gewöhnen können und allen das Leben so angenehm wie möglich gemacht werden kann, allein durch die Tatsache, dass man den Labrador Hund besser verstehen und sein Verhalten dem jeweiligen Entwicklungsstadium zuordnen kann.
Entwicklungsphasen der Junghunde nach Alter gestaffelt:
Alter von 0 bis 7 Wochen:
In der ersten Phase, die bei der Geburt des Labrador Welpen beginnt und nach etwa sieben Wochen endet, kümmert sich vornehmlich die Mutterhündin um ihren Wurf und sorgt für Sicherheit und die erste Erziehung. Die Labrador Welpen benötigen viel Schlaf, Nestwärme, Zuwendung und natürlich ausreichend Nahrung. In dieser Phase lernt der Welpe in Gesellschaft seiner Wurfgeschwister und seiner Mutter, was Rangordnung und Rudelverhalten bedeuten und außerdem beginnt die Sozialisierung mit Menschen, welche zusätzlich das Kennenlernen seiner Umgebung beinhaltet.
Alter von 8 bis 12 Wochen:
Hat der Welpe das Alter von acht bis zwölf Wochen erreicht, ist sein Gehirn vollständig ausgebildet und er braucht den Kontakt zur Außenwelt, um möglichst viele Eindrücke zu gewinnen. Der Labrador Welpe beginnt die Nähe des Menschen direkt zu suchen und macht immer mehr Wege allein, ohne seine Mutter oder seine Wurfgeschwister. Aber genau in dieser Phase muss auch darauf geachtet werden, den Hund nicht in eine Situation geraten zu lassen, in der er erschreckt oder verängstigt werden könnte oder gar Schmerzen erleidet. Denn die Erfahrungen, die der Welpe in dieser beginnenden sogenannten Angstphase macht, prägen ihn stark und könnten auch noch im Erwachsenenalter zu Schwierigkeiten führen.
Alter von 13 bis 16 Wochen:
Ist der Welpe nun soweit und hat seine Umgebung ordentlich kennen gelernt, beginnt die nächste Phase, die etwa von der 13. bis zur 16. Woche andauert. Jetzt sollte das Training beginnen, bei dem der Welpe spielerisch erzogen wird und lernt, gehorsam zu sein. In dieser Zeit sollte er mehr Kontakt zu Menschen als zu anderen Hunden haben und vor allem aus seiner gewohnten Umgebung herauskommen. Welpen müssen in dieser Phase lernen, dass ihnen fremde Orte oder Situationen nichts antun können, solange nur Herrchen oder Frauchen dabei sind. Die Art der Erziehung hat auch einen enormen Einfluss auf die entstehende Bindung zwischen Mensch und Hund. Es muss ein gesundes Mittelmaß zwischen strenger und freizügiger Erziehung gefunden werden, denn sowohl das eine als auch das andere Extrem können bei dem Labrador Welpen einen bleibenden seelischen Schaden hervorrufen. Wichtig ist es, konsequent zu sein, ohne dabei unfair oder aggressiv zu sein. Ist der Labrador Welpe völlig ungehorsam, sollte dies in genau diesem Moment unterbunden werden. Macht er aber auch nur kleinste Kleinigkeit richtig, sollte er überschwänglich dafür gelobt werden, denn so wird er versuchen, sich immer wieder in der Weise zu verhalten, wofür er gelobt wurde, um diese enorme Zuwendung zu bekommen und Frauchen und Herrchen glücklich zu machen.
Alter von 4 bis 8 Monate:
Etwa zwischen dem siebten und achten Lebensmonat kann es zu einer zusätzlichen Angstperiode kommen, die aber auch schnell wieder vorbei geht. Trotzdem sollte auch in dieser Phase wieder darauf geachtet werden, den Welpen vor schreckhaften oder ängstigenden Situationen fernzuhalten. Gleichzeitig beginnt aber auch der Prozess zur sexuellen Reifung, in dem der Labrador Welpe anfangen wird, seine Grenzen auszutesten und seine Dominanz wird außerdem gefestigt. Hat der Welpe diese Phase erreicht, sollte ein Grundgehorsam vorhanden sein und der Hund damit auf die einfachen Kommandos, wie “Sitz”, “Platz”, “Komm” und “Bei Fuß” gehorchen.